Tibet-Filmreihe
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Zum Besuch des Dalai Lama in Hamburg


Vom 21.-27. Juli dieses Jahres wird der Dalai Lama Hamburg besuchen und eine Woche in den Tennisanlagen an der Rothenbaumchaussee lehren.

Zur Einstimmung und Begleitung zeigen wir mit der Tibet Initiative Deutschland e.V. Hamburg eine große Filmreihe mit Dokumentar- und Spielfilmen über Tibet. Neben den Regisseurinnen und Regisseuren begleiten Gäste des Dalai Lama-Besuches die Filmvorführungen als Experten.


Mehr über den Besuch des Dalai Lama erfahren Sie z.B. in der Auftakt-Veranstaltung am 3.6.,
zu der Organisatoren des Besuches anwesend sein werden ... oder auf www.dalailama-hamburg.de.
Die Webseiten der Tibet-Initiative liegen auf www.tibet-hamburg.de.

Die Filme in chronologischer Reihenfolge der Veranstaltungen:

  Angry Monk – Reflektionen über Tibet 1.7. 11.00

Gast: Regisseur Luc Schädler

  Vom Leben und Sterben
und der Wiederkehr des Serkong Rinpoche
2.7. 19.30 Gast: Prof. Wolf Kahlen, Berlin
  Flucht tibetischer Kinder über den Himalaya
Jenseits des Himalaya
8.7. 11.00

Gast: Regisseurin Maria Blumencron

  A Long Way to Freedom
Dreaming Lhasa
(Spielfilm)
9.7. 19.30 Gäste: Wangpo Tethong, Regisseurin Henriette Lavaulx-Vrecourt
  Kekexili Mountain Patrol (Spielfilm) 15.7. 11.00

Gast: Axel Gebauer

  Das Wissen vom Heilen 16.7. 19.30 Gast: der Arzt Dr. Egbert Asshauer, Quickborn
  Premiere: Tuyas Hochzeit (Spielfilm) 17.7. 19.30

Gäste: Kameramann Lutz Reitemeier und Shobgtsood Temudsiltu
(Innermongolische Liga für Menschenrechte)

  Living Buddha 18.7. 17.00
19.7. 17.00

 

  Das Vermächtnis des Dalai Lama (Lesung) 19.7. 19.30

Gäste: Autor Erich Follath

  Geheimnis Tibet 20.7. 17.00

Gäste: Helmut Steckel, Matthias Elwardt

  Der 14. Dalai Lama... 21.7. 17.00 Wiederholung vom 3. Juni,
Gast: Ani Choying Dolma singt tibetische Mantras >> Infos...
  Flucht über den Himalaya... 21.7. 19.30 Wiederholung vom 8. Juli,
Gast: Ani Choying Dolma singt tibetische Mantras >> Infos...
  Der 14. Dalai Lama... 22.7. 17.00 Wiederholung vom 3. Juni,
Gast: Ani Choying Dolma singt tibetische Mantras >> Infos...
  Die roten Drachen und das Dach der Welt 22.7. 19.30 Uraufführung! Gäste: Marco Keller, Ronny Pfreundschuh
  Angry Monk – Reflektionen über Tibet 23.7. 16.45

Gäste: Harry Wu, Rebija Kadeer, Marino Busdachin, Tsering Jampa

  Im Griff der roten Kaiser 23.7. 19.30

Gäste: Regisseur Hubert Seipel (angefragt)

  Kekexili - Mountain Patrol (Spielfilm) 24.7. 17.00

Gast: Klaus Dürkop

  Das Wissen vom Heilen 24.7. 19.30 Gast: der Arzt Dr. Egbert Asshauer, Quickborn
  Das Wissen vom Heilen 25.7. 16.45  
  Tuyas Hochzeit (Spielfilm) 25.7. 17.00

Wiederholung vom 17.7.

  Dreaming Lhasa (Spielfilm) 25.7. 19.30 Gast: Tsewang Norbu, Dagmar Gräfin Bernstorff, Delhi (angefragt),
  Geheimnis Tibet 26.7. 17.00

Gäste: Helmut Steckel, Matthias Elwardt

  A Long Way to Freedom / Chinas Tibet? 26.7. 19.30 Gäste : Regisseurin Henriette Lavaulx-Vrecourt, Kelsang Gyaltsen (angefragt)


So, 3.6. um 11.00
Gäste: Dr. Thea Mohr, Frankfurt a. M.,
Carola Roloff vom Tibetischen Zentrum (Mitveranstalter des Besuches),
Helmut Steckel von der Tibet-Intiative Hamburg e.V.,

Der 14. Dalai Lama. Ein Leben für Tibet
Dok. von Albert Knechtel
Autorin: Thea Mohr
BRD 2005, 88 Min.


Die Dokumentation zeigt wichtige Stationen im Leben des Dalai Lama. Ein ausführliches Interview mit ihm kommentiert bedeutende Ereignisse und Begegnungen, Zeitzeugen und Vertreter aus Politik, Kunst und Wissenschaft unterstreichen die verschiedenen Rollen und Aufgaben des Dalai Lama: politischer und geistiger Führer Tibets, sein Leben als Mönch, die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und die Auseinandersetzung mit den modernen Naturwissenschaften.

Im Reich des Löwenthrons. Das verborgene Reich des Dalai Lama
Dok. von Günter Myrell
Autorion: Thea Mohr
BRD 2000, 45 Min.

Für viele Menschen im Westen verkörpert der Dalai Lama die Kultur der östlichen Weisheit und die buddhistische Weltsicht. Der Dalai Lama ist buddhistischer Religionsführer der Tibeter und zugleich deren politisches Oberhaupt, der König des Löwenthrons. Seit 1959 lebt er im Exil in Indien, weil die Chinesen sein Land besetzt halten. Unermüdlich arbeitet er, auch auf internationalem Parkett, für eine gewaltlose Befreiung seiner Heimat von den Chinesen. 1989 wurde er dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

SH Dalai Lama
Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama

Mo, 4.6. um 19.30
Gast: Matthias Schulz, Hamburg

Mönche, Tänzer und Soldaten
Dok. von Erich Palme
Kamera: Wilhelm Filchner

Deutschland 1926, 70 Min.

Auf seiner Asienexpedition von 1925-1928, in einer in Zentralasien unsicheren, von Umstürzen, Aufständen und lokalen Revolutionen gekennzeichneten Zeit, drehte Wilhelm Filchner (1877-1957), ein deutscher Geograf, mit der Handkurbel rund 17.000 Meter Film. Nur 2.500 Meter des wertvollen Materials fanden für den im Jahr 1956 erarbeiteten Kulturfilm, der für das Kino bestimmt war, Verwendung. Der Film ist ein einzigartiges Dokument bewegter Bilder aus der Zeit vor knapp 80 Jahren.

Seither sind die von Wilhelm Filchner bereisten Regionen Zentralasiens und ihre Bewohner, in denen sich viele Völker, Sprachen, Kulturen und Religionen mischen, nicht nur politisch sondern auch technisch-wirtschaftlich grundlegenden Veränderungen unterworfen. Die Grenzen haben sich verändert und dort, wo in Filchners Film Nomaden ihre Herden weiden, finden sich heute ein Weltraumbahnhof oder ein Atomversuchsgelände.

„Hervorzuheben, da historisch besonders wertvoll, sind die Abschnitte des Films aus dem tibetischen Kloster Kumbum. Dieses Kloster im äussersten Nordosten Tibets, das einst rund 7.000 Mönche beherbergte, ist in der Kulturrevolution zu mehr als 90 Prozent zerstört worden. Nur wenige der alten Gebäude sind noch erhalten und eine kleine, amtlich zugelassene Mönchsgemeinde kämpft um das Überleben unter einem religionsfeindlichen Regime“ (zitiert nach Dr. Helga Uebach, Kommission für zentralasiatische Studien)

Filchner
Fotograf, Kamermann und Expeditionsleiter Wilhelm Filchner

So, 10.6. um 11.00
Gäste: Regisseur Hubert Seipel,
Manuel Sarrazin (Bürgerschaftsabgeordneter der GAL / Sprecher für Internationales)

Im Griff der roten Kaiser
von Hubert Seipel
BRD 2002, 45 Min.

Zum ersten Mal seit Jahren konnte ein Filmteam sich für längere Zeit inTibet aufhalten und dort filmen. Die bei dieser Gelegenheit entstandene Dokumentation zeigt das chinesische Vorgehen in Tibet, die Unterdrückungsmaßnahmen, aber auch die Bemühungen, die abgelegene Region wirtschaftlich zu entwickeln. Seit im tibetischen Hochland Gas und Erdöl gefunden wurde, reißen sich chinesische Firmen um das Milliardengeschäft

Im Griff der roten Kaiser

Mo, 11.6. um 19.30

Living Buddha
Dok. von Clemens Kuby
BRD 1993, 130 Min.

Living Buddha, das faszinierende Dokument der Wiedergeburt des tibetischen Meisters Gyalwa Karmapa. Der Film zeigt eine Person in zwei Leben: Den tibetischen Meister Gyalwa Karmapa, der 1981 in Chicago starb und 1985 in Tibet wiedergeboren wurde. Sieben Jahre hat Kuby die Suche nach der Wiedergeburt mit der Kamera verfolgt, bis sie von Mönchen, entsprechend Karmapas eigener Prophezeiung, in Ost-Tibet gefunden wurde: Ein Junge von ganz besonderer Wirkung, geboren in einer armen Nomadenfamilie, heute von Millionen Menschen als lebender Buddha verehrt. Der Film wurde in den entlegensten Teilen Tibets gedreht, die vorher noch nie ein Kamerateam betreten hatte. Der Film wurde 1994 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

living buddha

So, 17.6. um 11.00
Gast: Matthias Schulz, Hamburg

Weitere Temine: 20.+26.7. um 17.00 Uhr
mit den Gästen: Helmut Steckel (Tibet-Initiative), Matthias Elwardt (Abaton-Kino)


Geheimnis Tibet
Dok. von Hans Albert Lettow
D 1939, 106 Min.

Historisches Dokument der Berliner „Schäfer-Expedition“ nach Tibet unter dem Einfluß der rassistischen NSDAP-Ideologien.

 

Mo, 18.6. um 19.30
Gast: Carola Roloff, Hamburg

Die Not der Frauen in Tibet
Dok. von Clemens Kuby
BRD 1989, 23 Min.

Nach wie vor werden in Tibet Frauen inhaftiert und gefoltert, zu Abtreibung und Sterilisation gezwungen. Unter den Frauen, die dem Regisseur kurz nach ihrer Flucht aus Tibet über ihre Qualen berichten, ist Ama Adhe, Autorin des Buches: "Doch mein Herz bleibt in Tibet".

Der Dalai Lama fordert in diesem Film für die Frau besonderen Respekt, den der Mann ihr für sein Dasein schuldet. Die Not der Frauen Tibets berichtet schon 1989, was lange Zeit kein Politiker wahrhaben wollte: Unter Todesdrohung müssen tibetische Frauen sich nach der Geburt ihres ersten Kindes sterilisieren lassen. Werden sie zum zweiten Mal schwanger, wird ihnen der Bauch ohne Narkose aufgeschnitten und das Baby herausgenommen und weggeworfen. Ein Arzt klagt sich selbst vor der Kamera an, bei dieser »Schlächterei« (chinesische Geburtenkontrolle) mitgeholfen zu haben, das tibetische Volk auszurotten. Frauen, die das überlebt haben, sind geflohen, um es der Welt zu berichten. Kuby hat sie in ihrem Flüchtlingslager in Indien aufgesucht. Das ZDF sendete den Film in einer gekürzten Fassung, da es auf China Rücksicht nehmen mußte. Der Film trug wesentlich zur Solidaritätsbewegung für Tibet bei: denn nach diesem Film läßt niemanden das Schicksal des tibetischen Volkes unberührt.

Buddha begegnen an den heiligen Orten in Nepal und Indien
Dok. von Uwe Bräutigam
BRD 2007, 94 Min.

Der Film wurde von dem Dokumentarfilmer und Fotoingenieur Gunnar Walther gedreht.
Der Autor Uwe Bräutigam ist Indologe, Tibetologe, Yoga- und Meditationslehrer und bereist seit über 20 Jahren Indien, Nepal und Tibet. Er beschreibt nach jedem Kapitel über die 8 heiligen Orte des Buddha eine kleine Meditationsübung.

Die Pilgerreise zu den acht wichtigsten historischen Stätten des Buddhismus führt durch das Leben Buddha. Dorfmädchen, Asketen, reiche Kaufleute, Mörder, Könige und Prostituierte werden wieder lebendig. Götter und Dämonen treten auf. In Nepal und Nordindien besuchen wir die Stätten, an denen Siddhartha als verwöhnter Prinz lebte, dem menschlichen Leid begegnete, Asket wurde, sich fast zu Tode hungerte und schließlich den Weg zur Erleuchtung fand. Wir nehmen Teil an der ersten Lehrrede, erleben den Aufstieg des Ordens und die Entwicklung der buddhistischen Lehre. Wir werden Zeuge von Morden und Intrigen. Schließlich begleiten wir den großen Weisheitslehrer auf seiner letzten Wanderung.

Die heiligen Orte lassen die Lehrreden des Buddha wieder lebendig werden: Die Vier Edlen Wahrheiten, das Sutra über das achtsame Atmen, die Feuerpredigt, das Sutra über das Große Verlöschen und ebenso die Mahayana-Sutras über die transzendente Weisheit, das Lotus-Sutra oder die Blumenpredigt des Zen Buddhismus.
Auf den Spuren des historischen Buddha begegnen uns engagierte Mönche, Nonnen und Laien aus vielen Ländern der Welt, die den Dharma in der Meditation, im Alltag und in sozialen Projekten umsetzen.

 

So, 24.6. um 11.00
Gast: Ulrike Koch (Schweiz)

Die Salzmänner von Tibet
Dok. von Ulrike Koch
Schweiz 1997, 99 Min.

Keine Tibet-Folklore, sondern ein kleines Kunstwerk über einen gelebten Mythos. Taz

In einer Art dokumentarischen Spielfilmhandlung ohne glättenden Off-Kommentar kommen einzig die Tibeter zu Wort. In ihren Erzählungen spiegeln sich buddhistische Lebensweis-heiten, der Respekt vor der Natur. Hinter der Kamera stand Pio Corradi: Seine langen und ruhigen Einstellungen erkunden die Gesichter der Salzmänner und geben immer wieder den Blick auf spektakuläre Gebirge und Landschaften frei. Szene Hamburg

Zwischen Landschafts-Totalen und Nahaufnahmen im Zelt fängt die Kamera das Nötigste ein: leuchtende Augen, zerfurchte Gesichter, rissige Hände: Zeugnisse eines entbehrungsreichen Lebens, das sein Geheimnis noch nicht verloren hat. ... Wer sich der tibetischen Identität nähern will, muß sich vor allem auf den ungewohnten Rhythmus des Dokumentarfilms einlassen; Achtsam, doch ohne Aufhebens folgt er dem Wind, macht den Zuschauer erst kribbelig, bevor sich dieser der fremden Raum- und Zeitdimension ergibt und die gleichmütige Ruhe genießen kann. EPD Film

Es ist die unendliche Langsamkeit des Bilderflusses, die eine betörende Schönheit hervorbringt und die Magie dieser Reise zu bannen versteht. Der mehrfach preisgekrönte Film wird auch als ethnographisches Dokument Bestand haben, nämlich dann, wenn die Salzmänner von der Zivilisation überholt werden. Laura Arici, Lotusblätter-Magazin 3/97 und „Tibet und Buddhismus”

Es ist eine dramaturgische Struktur epischen Ausmaßes, von der Erfahrung getragen, dass Zeit nicht Eile sein muß ein episches Schrittmaß, das gleichsam vom Schritt der Yaks bestimmt wird, nach dem die Hirten sich ausrichten. ... Und vollkommener, als es mit der Kamera von Pio Corradi geschieht, kann diese gewaltige Landschaft wohl kaum ins Bild gelangen. Es sind Bilder, in denen Weite und Begrenzung sich plastisch formen, im Wandel des Lichts, mit der Wanderung der Schatten. Martin Schlappner in Zoom 5/97 (CH Filmzeitschrift)

Salzmänner von Tibet
Titelmotiv

Mo, 25.6. um 19.30
Gast: Prof. Wolf Kahlen, Berlin

Dakinis in Jurten – Choed-Meisterinnen der Mongolei
Dok. von Wolf Kahlen
BRD 1994, 120 Min.

Die buddhistische Vajrayana-Praxis des Rituals Chöd wurde vor der Zerstörung bzw. Selbstaufgabe des Lamaismus in den 30er Jahren in der Mongolei besonders intensiv von Frauen ausgeübt, die -auch ohne Ordination, die nicht möglich war- ein Leben als Nonne führten. Wenige -alle heute weit über 8o Jahre alt -haben überlebt, und, 60 Jahre verboten, heimlich - jetzt wieder verehrt- praktiziert.

Die Übungen des Chöd fanden in der Steppe, den Einöden der Berge oder auf Friedhöfen statt. Das Ritual hat zum Ziel, in Furchtlosigkeit symbolisch den eigenen Körper den Dämonen zum Frass anzubieten, sich damit von allem Eigen-Sinn am Leben zu trennen, um selbstlos werden zu können.

Der Film ist ein Porträt zweier herausragender Frauenpersönlichkeiten, Chöd-Meisterinnen, und einer männlichen Wiedergeburt einer göttlichen Dakini, und einer neuen,jungen Chöd-Meisterin, die junge Mädchen in der Praxis ausbildet. Die Chöd-Meisterinnen leben im einsamen Osten, in der Wüste Gobi oder jetzt auch wieder in und um Ulan Bataar.

Der Film „enthüllt“ nicht die Privatheit der Praxis, sondern dokumentiert einfühlsam, sachlich die Aura der Chödmas.

 

So, 1.7. um 11.00
Gast: Luc Schädler, Zürich

Angry Monk – Reflektionen über Tibet
Dok. von Luc Schädler
Schweiz 2005, 97 Min.

Tibet, geheimnisvolles Dach der Welt, Sitz erleuchteter Mönche — nur einer legt sich quer: Gendun Choephel heisst der streitbare Mönch, der sich 1934 vom klösterlichen Leben abwendet und in die Moderne aufbricht. Er ist ein Rebell, der die Gemüter der tibetischen Obrigkeit erhitzt. Ein reinkarnierter Lama, der auch die Frauen und den Alkohol liebt. Ein Freigeist, der seiner Zeit weit voraus ist und heute zu einem Hoffnungsträger für ein freies Tibet geworden ist.

Die cineastische Zeitreise nimmt die Lebensgeschichte dieses unorthodoxen Mönchs zum Anlass, um ein Bild von Tibet aufzudecken, das gängigen Klischees zuwiderläuft. Zahlreiche verblüffende und seltene historische Aufnahmen werden hier erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Elegant und überraschend verwebt der Film Damals und Heute: Archivbilder von prächtigen Karawanen und Klöstern wechseln sich ab mit Szenen von Discos und Bildern von mehrspurigen Schnellstrassen in Lhasa, wo Pilger sich niederwerfen, um ihr Heiligtum zu umrunden.

ANGRY MONK gibt einen aktuellen und faszinierenden Einblick in ein Land, dessen schicksalhafte Vergangenheit sich im heutigen Alltag — vielfältig und widersprüchlich — spiegelt.

Das Roadmovie erzählt von einem, der auf ausgedehnten Reisen nach etwas sucht, was das alte Tibet aus seiner Erstarrung lösen könnte. Der Querdenker Gendun Choephel bleibt stets offen für das Neue. Er ist fremd in der Heimat und heimatlos in der Fremde — ein Wanderer zwischen den Welten.

choepel
Gendun Choepel

choepel
Mönch mit Transistor

Mo, 2.7. um 19.30
Gast: Prof. Wolf Kahlen, Berlin

Vom Leben und Sterben und der Wiederkehr des Serkong Rinpoche
und seine Inthronisation im Kloster Tabo in Spiti
Dok. von Wolf Kahlen
BRD/Tibet 1988, 120 Min.

Am 27. August 1983 starb einer der einflussreichsten Lehrer des tibetischen Buddhismus allgemein, seiner Ikonographie, der Orakel, des Kalachakra-Rituals und der philosophischen Disputation im Besonderen, der Debattiermeister und lebenslange enge Vertraute Seiner Heiligkeit des XIV. Dalai Lama, Tsenshap Serkong Rinpoche im 4200 Meter hohen Ort Khibber im Land Spiti an der tibetischen Grenze, wenige Tagereisen von Guge, Tsaparang oder Tholing entfernt, wenn nicht die chinesische Grenze eine Trennung gesetzt hätte.
Er starb als Tantriker in der Praxis des Donglen, des Übernehmens von Leid, Gefahr oder Tod eines anderen.1988 wurde seine Wiedergeburt in Lhari in Spiti entdeckt, er wurde im September, 5-jährig, als Mönch ordiniert und als Tulku inthronisiert.

Der Film erzählt vom Leben des "alten" Serkong, seinem Sterben und dem, was die Bewohner des Landes wie Wunder erleuchtet und macht mit dem "normalen Lausejungen" vor den Feierlichkeiten im Elternhaus vertraut, begleitet ihn durch die Nacht, in der ihm die Haare geschnitten und er in Roben gekleidet, und im Morgengrauen zum tausendjährigen Koster Tabo gebracht wird. Dort erwarten ihn Hunderte aus allen Landesteilen und den benachbarten Ländern, Sikkim, Ladakh, Mustang und Dolpo, er wird feierlich in drei Tagen inthronisiert und, geduldig segnend, verehrt, bis am Ende der Tage drei Orakel in Trance gehen, um ihm die Zukunft zu sagen.

Dieses einzige, authentische Dokumentationsmaterial des ebenso schlichten wie würdevollen Geschehen aus der Einöde der Hochwüsten Spitis ist nicht nur von hohem historischem, buddhistisch philosophischem Wert, sondern auch, da durch die Augen des Künstlers gesehen, berührend und mitnehmend.
Der Film konnte nur in tätiger Hilfe und voller Sympathie des Klosters Tabo,seiner Mönche und seines Abtes Sonam Wangdu, der Initiative des langjährigen Dieners Serkong Rinpoches, Ngawang und durch die minutiösen Beschreibunge des Lebens durch seinen engen Schüler und Übersetzer, Dr. Alexander Berzin und das aufopferungsvolle Expeditionsteam,Padma Wangyal, Marek Kalmus und Waldemar Czechowski, verwirklicht werden.

 

So, 8.7. um 11.00
Gast: Maria Blumencron, Köln

Flucht über den Himalaya
Dok. von Maria Blumencron
BRD 1999, 30 Min.

Seit der Besetzung Tibets durch China haben die Kinder des « Schneelandes » keine Zukunft mehr. Das Schuldgeld ist viel zu teuer für das verarmte Volk.- Eine wohlüberlegte Taktik der Besatzer, um den Widerstand zu brechen. Ein ungebildeter Tibeter ist einfacher zu regieren, und ein Kind ohne Zukunft nicht fähig, die Kultur seines Landes weiter zu tragen. Viele Eltern entschließen sich deshalb, ihre Kinder über die verschneiten Humalaja-Pässe in das indische Exil zu schicken, wo die tibetische Exilregierung ein erstklassiges Bildungssystem aufgebaut hat. Die Kinder werden meist von einem sogenannten „Guide“ begleitet, der seine Flüchtlingsgruppe durch Eis, Schnee, chinesiche Straßenkontrollen und nepalesische Militär-Checkpoints bringen muss. Schlecht ausgerüstet, mit Turnschuhen und gerade soviel Proviant, wie sie tragen können, ziehen sie los. Zwischen 14 und 24 Tagen dauert die gefährliche, mühevolle Flucht über den Himalaja.

Maria Blumencron und ihr Filmteam gingen einer tibetischen Flüchtlingsgruppe von der nepalesischen Seite des Himalaja entgegen, um sie auf einem fast 6000 Meter hohen Grenzpass zu treffen. Am 15. April 2000 stießen sie tatsächlich auf die 13-köpfige Gruppe: Sechs Erwachsene, fünf kleine Kinder, ein jugendlicher Mönche und der Guide. Sie begleiteten das Grüppchen auf ihrer Flucht bis in das im Norden Indiens gelegene Dharamsala, wo sie schließlich vom Dalai Lama empfangen wurden.

Der Film erzählt die Geschichte von sechs tibetischen Kindern und einem jungen Mönche, die für immer ihren Eltern Lebewohl sagen mussten, weil sie in ihrer eigenen Heimat keine Chance auf eine Ausbildung gehabt hätten.

Jenseits des Himalaya
Dok. von Maria Blumencron
BRD 2004, 30 Min.

Vor fünf Jahren flüchteten sechs tibetische Kinder ins Exil nach Indien. Das ZDF begleitete ihre gefährliche Reise über die fast 6.000 Meter hohen Schneepässe und dokumentierte ihr Kindheitstrauma in dem preisgekrönten Film "Flucht über den Himalaja". Nach fünf Jahren schien die Zeit reif nachzuschauen, was aus den sechs Kindern, die seitdem in einem tibetischen SOS-Kinderdorf leben, geworden ist.

Jedes Jahr zu Losar, dem tibetischen Neujahr, warten Chime (15) und Dolkar (11) auf den Besuch ihrer Mutter. "Ich werde euch besuchen", hatte sie ihnen beim Abschied versprochen, "nächstes Jahr zu Losar komme ich euch in Indien besuchen." Fünf Jahre sind seither vergangen. Doch gekommen ist sie bis heute nicht. Und auch dieses Jahr müssen Chime und Dolkar vergeblich warten.

Ihr erwachsener Freund Suja (33) befürchtet, dass die Mutter auf ihrem weiten Marsch im tibetisch-nepalesischen Grenzland hängen geblieben ist. Er kennt die Gegend gut, weil er vor fünf Jahren gemeinsam mit den sechs Kindern aus Tibet geflüchtet ist. Er hat sie durch Eis und Schnee geschleppt und kümmert sich bis heute wie ein Vater um sie.

Suja beschließt, sich auf die Suche nach Chimes und Dolkars Mutter zu machen und bittet seinen Freund, den Guide Kelsang (48), um Hilfe. Bereits im Film "Flucht über den Himalaja" war Kelsang dabei. Er wurde in Tibet verhaftet und fast zweieinhalb Jahre in einem chinesischen Gefängnis verhört und gefoltert. Auf ihrem Marsch in den Himalaja gesteht Suja seinem Freund, dass er vier Jahre lang in einem chinesischen Militärgefängnis gearbeitet und viele Folterungen gesehen hat.

Die beiden Männer können die Mutter nicht finden - dafür begegnen sie in 5.000 Meter Höhe einem verlorenen Grüppchen Menschen im Schnee: einer jungen Frau, zwei Jugendlichen und einem kleinen Kind. Es sind tibetische Flüchtlinge, die den Anschluss an ihre Gruppe verloren haben. Diesen Flüchtlingen ins nächste Sherpadorf zu helfen, ist Kelsangs letzter Dienst als Guide.

Als Suja unverrichteter Dinge nach Indien zurückkehrt, wird den sechs Kindern klar, dass der Abschied von ihren Eltern vor fünf Jahren wahrscheinlich ein Abschied für immer war. Der Marsch über die fast 6.000 Meter hohen und schwer bewachten Grenzpässe ist einfach zu gefährlich. Und so beschließen die Kinder, an die Grenze Tibets zu reisen, um wenigstens einen Blick in ihre alte Heimat werfen zu können.
team
Das Filmteam mit der Regisseurin
Maria Blumencron (unten rechts)

Mo, 9.7. um 19.30
Gäste: Wangpo Tethong / Schweiz,
Henriette Lavaulx-Vrecourt, Hamburg

A Long Way to Freedom – The Tibetan National Uprising Day
Dok. von Henriette Lavaulx-Vrecourt
Indien/BRD 2007 / tibet. mit e.O.m.U., 20 Min.

10. März 1959, vollständige Okkupation Tibets durch die Chinesen.
In Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung in Nordindien, werden alljährlich Protestmärsche und andere Aktionen zum Jahrestag der chinesischen Besetzung organisiert. Der Dokumentarfilm zeigt die Aktionen rund um den 10. März 2004, begonnen mit einer langen Rede des Dalai Lama. In Interviews kommen Tibeter verschiedener Generationen zu Wort – und in Erinnerungen werden Bilder an die Okkupation lebendig.


Dreaming Lhasa
Spielfilm von Ritu Sarin, Tenzing Sonam
Darsteller Tenzin Chokyi Gyatso, Tenzin Jigme, Phuntsok Namgyal Dumkhang, Jampa Kalsang
Indien /GB 2005, 90 Min.

Die aus dem Tibet stammende, aber in New York aufgewachsene Filmemacherin Karma reist in die kleine Stadt Dharamsala im indischen Himalaya, Heimat einer grossen Gemeinschaft von Exiltibetern, um dort einen Dokumentarfilm über ehemalige politische Gefangene ihres Heimatlandes zu drehen. Hilfe erhält sie dabei vom ebenfalls in Dharamsala lebenden Musiker Jigme, der von seiner Heimat Tibet nach Indien gekommen sei, um den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter zu erfüllen: Er soll ein Amulett, das er von ihr vor ihrem Tod erhalten hat, seinem ursprünglichen Besitzer zurückgeben, einem verschollenen, von vielen für tot gehaltenen Mann namens Loga. Dhondup bittet Karma um Hilfe bei seinem Unterfangen, Loga aufzuspüren.

Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche. Diese entwickelt sich je länger, je mehr zu einer Reise in die Vergangenheit ihres Heimatlandes und in die Geschichten rund um dessen Widerstandskampf gegen die chinesischen Besetzer.

Es ist nicht möglich, Dreaming Lhasa losgelöst vom politischen Kontext zu bewerten, zu sehr schimmert die diesbezügliche Ambition der beiden Filmemacher durch – der Vater von Co-Regisseur Tenzing Sonam war in den Siebziger Jahren eine wichtige Figur in der tibetischen Widerstandsbewegung und verbrachte insgesamt sieben Jahre im Gefängnis. Die von Karma für ihren Dokumentarfilm interviewten Zeugen, welche im Film in einzelnen Sequenzen zu sehen sind, sind übrigens echte ehemalige politische Gefangene und deren Bericht über körperliche Misshandlungen seitens der Chinesen sind erschütternd und schockierend.

Trotzdem ist es schwierig, als Aussenstehender diese politischen Faktoren des Films in angemessener Weise zu beurteilen, weshalb wir uns hier vor allem auf dessen zweites zentrales Thema konzentrieren wollen: die kulturelle Entfremdung einer jungen Generation von Tibetern, die nie in ihrem Heimatland waren und den Widerstand gegen die chinesischen Besetzer nur aus Büchern, Filmen oder Erzählungen ihrer Vorfahren kennen. Die Hauptfigur Karma, Filmemacherin aus New York, jung und urban, muss sich von Exiltibetern als "American Girl" bezeichnen lassen, obwohl sie doch auch aus dem Tibet stammt, und fühlt sich zu keiner der beiden Welten wirklich zugehörend. Ihr Assistent Jigme, geboren und aufgewachsen in Dharamsala, findet sich im andauernden Zwiespalt zwischen amerikanischem Way of Life und einem rebellischen tibetischen Selbstbewusstsein. Diese Heimatlosigkeit, deren Natur auch hierzulande vielen Ausländern der zweiten und dritten Generation nicht unbekannt sein dürfte, sich wohl in diesem Fall aber durch die besonderen politischen Umstände noch verstärkt manifestiert, wird von den Darstellern – es handelt es sich hierbei mit einer Ausnahme (Jampa Kalsang) ausschliesslich um Schauspieler ohne Kameraerfahrung - in eindringlicher und durchaus überzeugender Weise dargestellt.

Was das Storytelling betrifft, so ist man aus grösseren Produktionen aus der Traumfabrik natürlich einiges gewohnt, weshalb die sich am Ende des Films offenbarende dramatische Wendung ein wenig abgestanden erscheint. Auch zwischendurch weist der Film einige Längen auf und droht, zumindest für europäische Augen, etwas langfädig zu werden. Glücklicherweise kann er aber trotz des insgesamt eher gemächlichen Erzähltempos mit einem klar greifbaren Plot immer genügend Spannung aufbauen, so dass die Gefahr der Langeweile abgewendet werden kann.

Dreaming Lhasa – ist der erste international anerkannte von Tibetern produzierte Spielfilm, der die aktuelle Realität dieses Landes und dessen Volkes aufzeigt – ist ein interessantes, streckenweise für Europäer schwierig zugängliches, aber trotzdem sehenswertes Zeitdokument ohne den Glamour eines Last Emperor oder Seven Years in Tibet, dafür mit einer angenehmen Prise Authentizität.

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Dreaming Lhasa

Dreaming Lhasa
2 Motive aus Dreaming Lhasa

So, 15.7. um 11.00
Gast: Axel Gebauer, Görlitz

Kekexili - Mountain Patrol
Spielfilm von Lu Chuan
Darsteller Zhang Lei, Duo Bujie
Volksrepublik China, Hongkong 2004, 95 Min.

In den einsamen Höhen des Kekexili-Gebirges schlachten Wilderer seltene tibetische Antilopen ab. Regisseur Lu Chuan erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des grausamen Kampfes zwischen Schutzpatrouille und Jägern.

Auf dem Lenkrad liegt, den Kopf auf seinem Unterarm, ein junger Mann, kaum dreißig Jahre alt. Geweckt wird er von Stimmen, Männer zielen mit ihren Schnellfeuerwaffen auf ihn. Er muss aus dem Auto aussteigen, wird gefesselt. In der Nacht sieht er mit an, wie diese Männer mit ihren Waffen wahllos auf eine Horde Antilopen feuern. Während den Tieren das Fell abgezogen wird, redet der Anführer mit dem jungen Mann. Jemand soll ihm die Fesseln durchschneiden. Dann ein Schuss, der Anführer hat den Gefangenen erschossen, hingerichtet. Nun liegt er da zwischen den Antilopen, in der Weite der Landschaft des chinesisch-tibetanischen Kekexili-Gebirges.

Mit drastischen Bildern schildert Lu Chuan in Kekexili – Mountain Patrol die Geschichte des entmenschlichten Kampfes zwischen der Bergpatrouille, die sich bemüht, den Bestand der seltenen tibetischen Antilopen zu bewahren, und den Wilderern, die eigentlich nur versuchen ihre Existenz zu sichern in der kargen, unwirtlichen Landschaft. Ein Menschenleben zählt wenig in den Bergen, wo der einzige Außenposten das Zelt eines ehemaligen Soldaten ist, der die Männer von der Patrouille auf ihrer Verfolgungsjagd bewirtet. „Pass auf Dich auf“ raunt Ri Tai, der Anführer der Freiwilligen ihm zu. Eine, angesichts der Lage, lediglich aufmunternde Worthülse, denn was könnte ein Mann ausrichten gegen eine Gruppe Wilderer mit Maschinengewehren.

Erzählt wird dieser Kampf aus der Perspektive des Journalisten Ga Yu, der aus Peking anreist, um über die freiwillige Bergpatrouille zu berichten, die es sich unter eben jenem Anführer Ri Tai, einem ehemaligen General, zur Aufgabe gemacht hat, den Wilderern das Handwerk zu legen. Ga Yu begleitet sie auf einer mehrere Tage andauernden Reise durch das Hochgebirge, während der er die Unbarmherzigkeit des Kampfes miterlebt.

Regisseur Lu Chuan bemüht sich in seinem zweiten Spielfilm um Objektivität. Trotz Sympathie mit den Zielen der freiwilligen Bergpatrouille, zeichnet er die Wilderer nicht als grausame Schlächter, sondern erzählt nebenbei ihre Lebensgeschichten. Als ein Bergwächter bei der Verfolgung in großer Höhe beginnt, Blut zu spucken, kann ihm nur einer der Verfolgten das Leben retten. Er war früher Arzt. Andere waren Bauern. Arbeit gibt es kaum dort oben, Leben müssen die Menschen trotzdem. Aber rechtfertigt dies das Abschlachten der Antilopen, denen lediglich das Fell abgezogen wird und deren Kadaver dann einfach auf den Ebenen liegengelassen werden? Lu Chuan schneidet den Anblick von Kadaverfeldern gegen die ausdruckslosen Gesichter der Wilderer. Eine klare Antwort gibt er nicht.

Chuan hat seinen Film zum großen Teil mit Laiendarstellern besetzt, Männern, deren Gesichter vom harten Leben zerfurcht sind. Dagegen setzt er die Weite und Schönheit der Hochgebirgslandschaft: grün-gelbe Täler, eisige, im Licht glitzernde Flüsse, schneebedeckte Bergspitzen. Sie sehen aus wie prächtige Postkartenmotive und dennoch kann man in den Gesichtern der Menschen den ständigen Existenzkampf in der unwirtlichen Natur des Hochgebirges ablesen. Klein wirken die Jeeps vor dieser Kulisse, und unbedeutend. Die Stille der unbewohnten Fläche wird nur durch fahrende Autos, schreiende Männer, gelegentlichen Gesang und das Knattern der Pistolen durchbrochen.

Kekexili orientiert sich formal an der Reportage: Bildunterschriften informieren über den Tag und den Ort, an dem sich die Patrouille befindet, die Ereignisse werden linear erzählt, auch wird immer wieder der Beobachterstatus des jungen Journalisten hervorgehoben. Der Film verweist damit auf seine Quelle: die Aufzeichnungen des Journalisten, der vor Jahren tatsächlich die Bergwacht begleitete und dessen Bericht in China großes Aufsehen erregte. Inzwischen, liest man im Abspann, sei die freiwillige Patrouille von einer Regierungsinitiative abgelöst worden, nachdem der Bericht des echten Ga Yu für einen Eklat gesorgt hatte und auch die Zahl der Antilopen sei wieder gestiegen. Den Männern, die auf der Hochebene erbitterte Kämpfe geführt haben und dem mutigen Journalisten hat Lu Chuan mit Kekexili ein eindrucksvolles, vielschichtiges Denkmal gesetzt.
Meike Stolp, www.critic.de

Kekexili
Duo Bujie mit Shatoosh-Wolle

Mo, 16.7. um 19.30
Gast: Dr. Egbert Asshauer, Quickborn

Das Wissen vom Heilen
Dok. von Franz Reichle
BRD 1999, 99 Min.

Der erste umfassende Film über tibetische Medizin, einem der höchstentwickelten Medizinsysteme. Die Arzneien dieser ganzheitlichen Medizin bestehen aus Kräutern, Wurzeln, Mineralien und anderem. Heilerfolge werden bei chronischen Krankheiten erzielt, die mit der westlichen Medizin kaum geheilt werden können. In Dharamsala, im nordindischen Vorhimalaja, dem Sitz der tibetischen Exilregierung, führt uns Dr. Tenzin Choedrak, Leibarzt des Dalai Lama, in die Lehre der tibetischen Medizin ein. S. H. Tenzin Gyatso, der XIV. Dalai Lama, erläutert uns die Bedeutung unserer Gesundheit. In Ulan-Ude und den burjatischen Steppen beobachten wir die Langzeitbehandlung von Schwerkranken durch den tibetischen Arzt Chimit-Dorzhi Dugarov. In der Schweiz, in Wien und in Jerusalem geht es um die Möglichkeiten einer sinnvollen Anwendung der sanften tibetischen Medizin bei uns und um die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkungsweise tibetischer Arzneien.

Der Dalai Lama zum Film:
„Ich habe den Eindruck gewonnen, dass einige Leute das tibetische Medizinsystem als etwas Magisches anschauen. Das ist falsch. Das medizinische System der Tibeter basiert in vieler Hinsicht auf einem ganz wissenschaftlichen Vorgehen. Der spirituelle Aspekt, dass zum Beispiel bei Krankheiten die Ärzte empfehlen, gewisse Gebete oder Zeremonien (Pudschas) abzuhalten, kommt daher, dass die meisten Patienten Buddhisten sind, und der Arzt benützt auch diese Glaubenskraft der Patienten, um die Heilung zu fördern. Aber man darf diese beiden Dinge nicht vermischen oder verwechseln. Der Heilungsprozess selbst ist sehr wissenschaftlich. Normalerweise, wenn mich Leute fragen, welche Heilmethode sie anwenden sollen, rate ich, beide Methoden anzuwenden, die tibetische Medizin und die westliche Medizin. Ich glaube, bei beiden Methoden kümmert man sich um Gesundheit. Man hat die Freiheit, ein Problem auf verschiedene Arten zu lösen. Das Ziel ist das gleiche. Die Systeme sind komplementär. Das ist der beste Weg. Bis jetzt haben einzelne Leute und Organisationen Interesse an der Tibetischen Medizin gezeigt, aber bisher gab es keinen umfassenden Dokumentarfilm oder ähnliches darüber. Ich denke, dass Ihr Projekt sehr gut ist.“

wissen vom heilen
Arzt in Tibet

Di, 17.7. um 19.30
Gäste: Kameramann Lutz Reitemeier und
Shobgtsood Temudsiltu, Köln (Innermongolische Liga für Menschenrechte)

Premiere:
Tuyas Hochzeit
Spielfilm von Wang Quan’an
Kamera: Lutz Reitemeier
mit Nan Yu, Bater, Sen'ge, Zhaya
Volksrepublik China 2006, 98 Min.
Weiterer Termin: 25.7. um 17.00

Der Gewinner des Goldenen Bären in Berlin feiert am 17. Juli um 19.30 Uhr im Abaton seine Hamburger Premiere.
Dazu wird der Kameramann Lutz Reitemeier zu Gast sein (und weiß alles über Tuya und Tibet).

China war dieses Jahr mit zwei Wettbewerbsfilmen auf der Berlinale vertreten. Während Ping Guo / Lost in Beijing von den Sehnsüchten und Ängsten der Menschen in der sich rasant wandelnden Metropole Peking erzählt, begibt sich Tuyas Ehe / Tu ya de hun shi weit ab vom chinesischen Wirtschaftsboom und Glanz der Ostküste in die Steppe der Inneren Mongolei. So modern und reich die Megacities Schanghai oder Hongkong sind, so ärmlich, und karg sind die ländlichen Regionen Chinas. Tuyas Ehe ist ein Film über dieses bäuerliche Leben am Rande der schnelllebigen Gesellschaft, in einem Gebiet wo die Zeit still zu stehen scheint und das Dasein sich ausschließlich um das blanke Überleben dreht.

Die junge Tuya lebt arm und abgeschieden mit ihrem körperlich behinderten Ehemann Bater und ihren zwei Kindern. Sie kümmert sich um Haus und Vieh, treibt die Schafe über die Felder, schleppt schwere Wasserkübel heran, kocht wärmenden Milchtee in großen dampfenden Töpfen. Abends bricht sie erschöpft neben ihrem Mann zusammen. An die Kälte sind sie gewohnt, dicke Wattejacken werden selbst im Haus getragen. Immer die gleiche Plage bis Tuya eines Tages auf dem Feld zusammen bricht. Wirbelsäulenverrenkung diagnostiziert der Arzt und untersagt ihr schwere Arbeit. Als hätten Tuya und ihr Mann bisher nur in einer Zweckehe zusammen gelebt, beschließen sie, sich zu scheiden. Tuya soll einen gesunden Mann heiraten, der sich um sie und die Kinder kümmert. Vernünftig, aber herzlos, könnte man denken – doch Tuya fordert von dem neuen Mann, dass Bater weiterhin bei ihr bleiben darf.

Die Männer kommen in Scharen. Die ersten Kandidaten auf Pferden, die nächsten auf Motorrädern – doch erst der Anwärter im alten, schwarzen Mercedes, ein alter Schulfreund scheint der Richtige für Tuya zu sein. Köstlich, wie bei dieser Aktion ganz nonchalant Chinas Problematik des Männerüberschusses abgehandelt wird. Chinas Ein-Kind-Politik hat dazu geführt, dass unerwünschte Mädchen abgetrieben oder nach der Geburt getötet und Jungen bevorzugt werden. Fakt ist, dass knapp ein Fünftel der Chinesen später keine Frau finden wird. Haus, Auto und Geld allein machen eben auch keinen Single-Chinesen glücklich. Doch auch der Schulfreund Tuyas akzeptiert ihren Wunsch nicht, sie mit Bater zu teilen. Zu groß wäre der Gesichtsverlust. Tuya bleibt hartnäckig und wird belohnt. Am Ende findet sie den Mann, der Bater akzeptiert und der immer schon ganz in ihrer Nähe war – ein "Happy End" ist es jedoch nicht.

Ähnlich wie Mongolian Ping Pong von Ning Hao, der 2005 im Berlinale-Forum lief, führt uns auch Wang Quan’ans Film Tuyas Ehe in eine entfernte, archaische Welt, in die eine kurios und liebevoll erzählte Geschichte platziert wird. Der Regisseur mischt Dokumentarisches mit Fiktion. Die Figur des Ehemanns Bater wird von einem Laiendarsteller gespielt, im wirklichen Leben ist er ein Hirte. Der Film zeigt die harten Lebensbedingungen und die unendlich weiten Landschaften in der Mongolei. Mitten im Berlinale-Stress ist es unglaublich schön, sich in Ruhe und Langsamkeit dieser Welt zu begeben.
Katrin Knauth

Tuyas Ehe

Mi 18.7. + Do 19.7. um 17.00

Living Buddha
Dokumentarfilm von Clemens Kuby
Kamera: Shashi Anand, Klaus Moderegger, Hartwig Rohrmann
BRD 1994, 135 Min., dt.F.

Im November 1981 starb der 16. Gyalwa Karmapa, Oberhaupt der buddhistischen Tradition der Kagyüpa auf einer Reise in einem Hotel in Chicago. Der erste Karmapa hatte im 12. Jahrhundert gelebt und gilt heute als der ,Erfinder‘ der bewußten, selbstgesteuerten Wiedergeburt. Elf Jahre nach dem Tod des 16. Karmapa entdeckte einer seiner vier Hauptschüler die notwendigen Angaben in einem Brief, der in einem Talisman verborgen war, den ihm sein Lehrer einige Monate vor seinem Tod geschenkt hatte. Die Authentizität des entscheidenden Briefes wurde des öfteren – auch unter den Mönchen – bezweifelt.

SH Dalai Lama

Do, 19.7. um 19.30
Gast: Autor Erich Follath

Das Vermächtnis des Dalai Lama
Lesung mit dem Autor Erich Follath

Spiegel-Autor Erich Follath schöpft in seinem ausführlichen Porträt aus seiner 15jährigen Bekanntschaft und vielen Gesprächen mit dem Dalai Lama.  Am 19.7. stellt er sein Buch in Auszügen vor und natürlich sein umfangreiches Wissen über die Arbeit des Dalai Lama und ihre Auswirkungen „direkt“ im Gespräch zur Verfügung.

SH Dalai Lama
Der Autor mit dem 14. Dalai Lama

Fr, 20.7. um 17.00
Gäste: Helmut Steckel, Matthias Elwardt

Geheimnis Tibet
Dok. von Hans Albert Lettow
D 1939, 106 Min.

Historisches Dokument der Berliner „Schäfer-Expedition“ nach Tibet unter dem Einfluss der rassistischen NSDAP-Ideologien.

 

Sa, 21.7. um 17.00
Gast: Ani Choying Dolma, Nepal (tibetische Nonne mit beeindruckener Stimme) singt tibetische Mantras >> Infos...

Der 14. Dalai Lama. Ein Leben für Tibet
Dok. von Albert Knechtel, Thea Mohr
BRD 2005, 88 Min.

Die Dokumentation zeigt wichtige Stationen im Leben des Dalai Lama. Ein ausführliches Interview mit ihm kommentiert bedeutende Ereignisse.

Im Reich des Löwenthrons. Das verborgene Reich des Dalai Lama
Dok. von Günter Myrell, Thea Mohr
BRD 2000, 45 Min.
Dokumentation über die Geschichte Tibets und den Dalai Lama.

Längerer Text am So, 3.6.

SH Dalai Lama
Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama

Sa, 21.7. um 19.30
Gast: Ani Choying Dolma, Nepal (tibetische Nonne mit beeindruckener Stimme) singt tibetische Mantras >> Infos...

Flucht über den Himalaya
Dok. von Maria Blumencron
BRD 1999, 30 Min.

Maria Blumencron und ihr Filmteam gingen einer tibetischen Flüchtlingsgruppe von der nepalesischen Seite des Himalaja entgegen, um sie auf einem fast 6000 Meter hohen Grenzpass zu treffen. Am 15. April 2000 stießen sie tatsächlich auf die 13-köpfige Gruppe: Sechs Erwachsene, fünf kleine Kinder, ein jugendlicher Mönche und der Guide. Sie begleiteten das Grüppchen auf ihrer Flucht bis in das im Norden Indiens gelegene Dharamsala, wo sie schließlich vom Dalai Lama empfangen wurden.

Jenseits des Himalaya
Dok. von Maria Blumencron
BRD 2004, 30 Min.

Nach fünf Jahren schien die Zeit reif nachzuschauen, was aus den sechs Kindern, die seitdem in einem tibetischen SOS-Kinderdorf leben, geworden ist.

Längerer Text am So, 8.7.

team

So, 22.7. um 17.00
Gast: Ani Choying Dolma, Nepal (tibetische Nonne mit beeindruckener Stimme) singt tibetische Mantras >> Infos...

Der 14. Dalai Lama. Ein Leben für Tibet
Dok. von Albert Knechtel, Thea Mohr
BRD 2005, 88 Min.

Die Dokumentation zeigt wichtige Stationen im Leben des Dalai Lama. Ein ausführliches Interview mit ihm kommentiert bedeutende Ereignisse.

Im Reich des Löwenthrons. Das verborgene Reich des Dalai Lama
Dok. von Günter Myrell, Thea Mohr
BRD 2000, 45 Min.
Dokumentation über die Geschichte Tibets und den Dalai Lama.

Längerer Text am So, 3.6.

SH Dalai Lama
Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama

So, 22.7. um 19.30
Gäste: Regisseure Ronny Pfreundschuh, Marco Keller,
Ani Choying Dolma, Nepal singt tibetische Mantras >> Infos...

Premiere und Welt-Uraufführung
Die roten Drachen und das Dach der Welt
Regie Marco Keller, Ronny Pfreundschuh (Dok.)
BRD 2007, 80 Min., O.m.U.

Auf mehreren großen Reisen durch Tibet in den Jahren 2004 und 2005 haben die Autoren mit vielen Tibetern, aber auch mit Chinesen, die in Tibet arbeiten, gesprochen. Sie zeigen die chinesischen Industrieprojekte (wie etwa die Eisenbahnstrecke vom Norden nach Tibet hinein) ebenso wie das alltägliche Leben im Schatten der chinesischen Besatzer.

Die Vorstellung am 22. Juli ist die Welt-Uraufführung des gerade fertig-gestellten Films. Zweiter Termin ohne Gäste am So, 29.7. um 11.00.

choepel
Der im Film interviewte Lama Lhundrup


Mo, 23.7. um 16.45
Gäste:
Harry Wu, Washington (chinesischer Dissident, Direktor der Laogai Research-Foundation in Washington)
Rebija Kadeer, Washington („Mutter der Uiguren“, Präsidentin des Uigurischen Weltkongresses, nominiert für den Friedensnobelpreis)
Marino Busdachin, Brüssel (Generalsekretär der UNPO (Unrepresented Nations and Peoples Organisation)
Tsering Jampa, Amsterdam (Direktorin der ICT Europe (International Campaign for Tibet Europa)

Angry Monk – Reflektionen über Tibet
Dok. von Luc Schädler
Schweiz 2005, 97 Min.

Tibet, geheimnisvolles Dach der Welt, Sitz erleuchteter Mönche — nur einer legt sich quer: Gendun Choephel heisst der streitbare Mönch, der sich 1934 vom klösterlichen Leben abwendet und in die Moderne aufbricht. Er ist ein Rebell, der die Gemüter der tibetischen Obrigkeit erhitzt. Ein reinkarnierter Lama, der auch die Frauen und den Alkohol liebt. Ein Freigeist, der seiner Zeit weit voraus ist und heute zu einem Hoffnungsträger für ein freies Tibet geworden ist.

Längerer Text am Mo, 1.7.


Mo, 23.7. um 19.30
Gäste: Regisseur Hubert Seipel (angefragt)

Im Griff der roten Kaiser
von Hubert Seipel
BRD 2002, 45 Min.

Zum ersten Mal seit Jahren konnte ein Filmteam sich für längere Zeit inTibet aufhalten und dort filmen. Die bei dieser Gelegenheit entstandene Dokumentation zeigt das chinesische Vorgehen in Tibet, die Unterdrückungsmaßnahmen, aber auch die Bemühungen, die abgelegene Region wirtschaftlich zu entwickeln. Seit im tibetischen Hochland Gas und Erdöl gefunden wurde, reißen sich chinesische Firmen um das Milliardengeschäft

Im Griff der roten Kaiser

Di, 24.7. um 17.00
Gast: Klaus Dürkop (Naturschutzbeauftragter der Landesregierung Schleswig-Holstein), Heiligenhafen

Kekexili - Mountain Patrol
Spielfilm von Lu Chuan
Darsteller Zhang Lei, Duo Bujie
Volksrepublik China, Hongkong 2004, 95 Min.

In den einsamen Höhen des Kekexili-Gebirges schlachten Wilderer seltene tibetische Antilopen ab. Regisseur Lu Chuan erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des grausamen Kampfes zwischen Schutzpatrouille und Jägern.

Mit drastischen Bildern schildert Lu Chuan in Kekexili – Mountain Patrol die Geschichte des entmenschlichten Kampfes zwischen der Bergpatrouille, die sich bemüht, den Bestand der seltenen tibetischen Antilopen zu bewahren, und den Wilderern, die eigentlich nur versuchen ihre Existenz zu sichern in der kargen, unwirtlichen Landschaft. Ein Menschenleben zählt wenig in den Bergen, wo der einzige Außenposten das Zelt eines ehemaligen Soldaten ist, der die Männer von der Patrouille auf ihrer Verfolgungsjagd bewirtet. „Pass auf Dich auf“ raunt Ri Tai, der Anführer der Freiwilligen ihm zu. Eine, angesichts der Lage, lediglich aufmunternde Worthülse, denn was könnte ein Mann ausrichten gegen eine Gruppe Wilderer mit Maschinengewehren.

Längerer Text am Mo, 15.7.

Kekexili
Duo Bujie mit Shatoosh-Wolle

Di, 24.7. um 19.30
Gast: Dr. Egbert Asshauer, Quickborn

Das Wissen vom Heilen
Dok. von Franz Reichle
BRD 1999, 99 Min.

Der erste umfassende Film über tibetische Medizin.
Längerer Text am Mo, 16.7.

 

Mi, 25.7. um 16.45

Das Wissen vom Heilen
Dok. von Franz Reichle
BRD 1999, 99 Min.

Der erste umfassende Film über tibetische Medizin.
Längerer Text am Mo, 16.7.

 

Mi, 25.7. um 17.00

Tuyas Hochzeit
Spielfilm von Wang Quan`an
Volksrepublik China 2006, 98 Min.

Ähnlich wie Mongolian Ping Pong führt uns auch Wang Quan’ans Film Tuyas Ehe in eine entfernte, archaische Welt, in die eine kurios und liebevoll erzählte Geschichte platziert wird. Der Regisseur mischt Dokumentarisches mit Fiktion. Die Figur des Ehemanns Bater wird von einem Laiendarsteller gespielt, im wirklichen Leben ist er ein Hirte. Der Film zeigt die harten Lebensbedingungen und die unendlich weiten Landschaften in der Mongolei.

Längerer Text am Mo, 17.7.

Tuyas Ehe

Mi, 25.7. um 19.30
Gast: Tsewang Norbu, Berlin, Dagmar Gräfin Bernstorff, Delhi (angefragt),

Dreaming Lhasa
Die aus dem Tibet stammende, aber in New York aufgewachsene Filmemacherin Karma reist in die kleine Stadt Dharamsala im indischen Himalaya, Heimat einer grossen Gemeinschaft von Exiltibetern, um dort einen Dokumentarfilm über ehemalige politische Gefangene ihres Heimatlandes zu drehen. Hilfe erhält sie dabei vom ebenfalls in Dharamsala lebenden Musiker Jigme, der von seiner Heimat Tibet nach Indien gekommen sei, um den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter zu erfüllen: Er soll ein Amulett, das er von ihr vor ihrem Tod erhalten hat, seinem ursprünglichen Besitzer zurückgeben, einem verschollenen, von vielen für tot gehaltenen Mann namens Loga. Dhondup bittet Karma um Hilfe bei seinem Unterfangen, Loga aufzuspüren.

Längerer Text
am Mo, 9.7.

Dreaming Lhasa

Do, 26.7. um 17.00
Gäste: Helmut Steckel, Matthias Elwardt

Geheimnis Tibet
Dok. von Hans Albert Lettow
D 1939, 106 Min.

Historisches Dokument der Berliner „Schäfer-Expedition“ nach Tibet unter dem Einfluss der rassistischen NSDAP-Ideologien.
 

Do, 26.7. um 19.30
Gäste : Henriette Lavaulx-Vrecourt, Hamburg,
Kelsang Gyaltsen, Genf (angefragt)

A Long Way to Freedom – The Tibetan National Uprising Day
Dok. von Henriette Lavaulx-Vrecourt
Indien/BRD 2007 / tibet. mit e.O.m.U., 20 Min.


10. März 1959, vollständige Okkupation Tibets durch die Chinesen.
In Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung in Nordindien, werden alljährlich Protestmärsche und andere Aktionen zum Jahrestag der chinesischen Besetzung organisiert. Der Dokumentarfilm zeigt die Aktionen rund um den 10. März 2004, begonnen mit einer langen Rede des Dalai Lama. In Interviews kommen Tibeter verschiedener Generationen zu Wort – und in Erinnerungen werden Bilder an die Okkupation lebendig.

Chinas Tibet?
Dok. von Lottie Marsau, Katharina Rosa
BRD 1994, 36 Min.

Begründung  der Jury für die Verleihung des Preises Besonderer Dokumentarfilm:
„Lottie Marsau und Katharina Rosa haben für ihren Film "China`s Tibet?" eine der bezeichnendsten und wichtigsten Entstehungsformen des Dokumentarfilms gewählt, nämlich die subversive Herstellung unter den Augten einer repressiven Obrigkeit. Mit gutem Grund haben sie sich dabei für das noch immer unschlagbare Medium 16mm-Film und die vermeintlich unscheinbare Bolex-Handkamera entschieden. Die Jury ermutigt sie zu weiteren ähnlichen Taten mit den Filmrollen des Fuji-Sachpreises."

"In der Tat ist ,Chinas Tibet?‘ ungewöhnlich. Gefängnisse und Arbeitslager in Tibet wurden aus allernächster Nähe gefilmt. Nur aus einer Fäkaliengrube heraus konnte chinesisches Militär gefilmt werden. Dem Film ist anzumerken, daß es sich um Aufnahmen von Filmemacherinnen handelt, die mit der tibetischen Bevölkerung über Monate zusammen lebten und deren Unterdrückung durch eine brutale Militärdiktatur nachempfinden konnten. Dies ist kein Film, der bei einem flüchtigen Aufenthalt entstanden ist."
Tibet Initiaitve Deutschland e.V. Hamburg

 

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