Der junge, schmächtige Marty Mauser verkauft Schuhe im Laden seines Onkels. Im Hinterzimmer schläft er mit seiner Freundin, der verheirateten Rachel. Allen sagt er: „Ich bin kein Schuhverkäufer!“. Was er denn dann wäre? Der beste Tischtennisspieler der Welt!
Marty kratzt sein letztes Geld zusammen und fliegt nach Paris, um dort an der Meisterschaft teilzunehmen…, was drei Dinge zur Folge hat: Er wird den Sieg knapp verpassen, er wird ein Zimmer im Ritz „erobern“, ohne zu zahlen und er wird seine zweite Liebe kennenlernen, eine Diva aus der Stummfilmzeit: die Ex-Schauspielerin Kay Stone.
Zurück in den USA geht Marty jetzt vollends auf Steroiden. Er denkt nur noch an eine Sache in der Welt: diesen siegreichen japanischen Spieler bei der nächsten WM in Japan platt zu machen.
Den der Figur zugrundeliegenden Lebenskünstler, Hustler und leidenschaftlichen Pingpong-Spieler Marty gab es wirklich: Er hieß Marty Reisman (1937 bis 2012) und hielt nichts von den „neuen“ Tischtennisschlägern, die mit dem Schaumgummi unter der Noppenmatte. So ein Quatsch! Marty spielte immer mit den alten, den „harten“ Schlägern. Egal ob bei Meisterschaften oder den vielen Show-Matches, die er für Geld machte.
Und jetzt kommt Timothée Chalamet. Der hat angeblich schon während des Drehs zu den ,Dune‘-Episoden in jeder freien Minute Tischtennis gespielt, damit Josh Safdie in den rasanten Pingpong-Passagen keinen Double brauchte. Aber mehr noch als das Spiel zählt im Film diese hochenergetische Flippigkeit, mit der Marty sich behauptet und dann wieder alles kaputt macht.
Josh Safdie hat sich hier vom Stil der Filme mit seinem Bruder verabschiedet: Bis in die letzte Faser ist dieser Film „flippig“ und nervös, ganz auf seinen Helden ausgerichtet, ein hektischer Schlagabtausch (mit dem Schicksal). Die junge Rachel überrascht, dargestellt von Odessa A’zion, ebenso wie die nach langer Pause wieder zu voller Blüte aufgetauchte Gwyneth Paltrow als ehemalige Stummfilmdiva.
Pressestimmen
"’Marty Supreme’ ist Kino von einer Intensität, wie man sie selten erlebt.", so die Süddeutsche Zeitung, während die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihn "überdreht, schnell und großes Unterhaltungskino" nennt.
"Ein komisches Fest, ein superschneller Thriller auch, ein Pointen- und Slapstick-Feuerwerk, und Timothée Chalamet bewegt sich darin mit einer überragenden Leichtigkeit, fliegt einem Pingpong-Ball gleich durch den Film.", findet Watson.
Auch epd film ist von Chalamet angetan: "Und über allem steht Chalamet, der Marty mit so viel Hingabe und Charisma verkörpert, dass er aller Hybris zum Trotz fast sympathisch wird und seiner an starken Leistungen nicht gerade armen Karriere den bislang stärksten Auftritt hinzufügt."
Regie Josh Safdie
Drehbuch mit Ronald Bronstein
Kamera Darius Khondji
Musik Daniel Lopatin
Besetzung Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion, Fran Drescher, Tyler Okonma, Abel Ferrara
US 2025, 149 Min., engl.OmU